SonoGuard
Trotz medizinischer Fortschritte sind Komplikationen nach Operationen nach wie vor häufig. Das Projekt SonoGuard an der Universitätsklinik Balgrist in Zürich entwickelt neuartige, auf Ultraschall basierende Kontrastmittel. Sie sollen es ermöglichen, tief im Körper liegende Komplikationen frühzeitig und ohne Eingriff zu erkennen – und sogar zu behandeln.
Eine Wunde nach einer Magen-Darm-Operation, die schlecht verheilt; eine Infektion, die sich nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks entwickelt: Forschende an der Universitätsklinik Balgrist in Zürich arbeiten im Projekt SonoGuard an einer Technik, um solche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen nach medizinischen Eingriffen verursachen weltweit über vier Millionen Todesfälle pro Jahr. Besonders gravierend und schwierig zu erkennen sind unerwünschte Verläufe, wenn sie sich tief im Körper abspielen. Eine Hautinfektion erkennt man oft von blossem Auge, tiefliegende Komplikationen hingegen werden oft erst bemerkt, wenn sie sich bereits stark ausgebreitet haben.
Im Projekt SonoGuard will ein Team um Inge Herrmann am Ingenuity Lab an der Universitätsklinik Balgrist in Zürich solche inneren Wunden nach einer Operation kontinuierlich überwachen. Gelingen soll dies mit einer cleveren Technologie, die Herrmanns Doktorand Benjamin Suter entwickelt hat. Den Kern bilden neuartige Kontrastmittel, die sich mittels Ultraschall derart anregen lassen, dass sie ein klares, krankheitsspezifisches Signal abgeben.
Um ihr System einsatzfähig zu machen, arbeiten die Forschenden an verschiedenen Innovationen: So müssen sich die Kontrastmittel an einer Nahtstelle platzieren lassen und dort über Wochen stabil bleiben. Gelingen soll dies durch die Integration in spezielle Hydrogel-Pflaster. Zudem werden die Kontrastmittel durch ganz bestimmte Substanzen in einem inaktiven Grundzustand gehalten. Sie werden erst durch biologische Veränderungen aktiviert – etwa durch Magensäure bei einem Leck im Verdauungstrakt.
Das Attraktive am SonoGuard-Ansatz ist seine Einfachheit. Das neue System bringt keine Elektronik in den Körper, sondern einfache, biokompatible Materialien. Und zum Auslesen der Signale braucht es keine aufwändigen Methoden und Geräte: Die Forschenden arbeiten an der Entwicklung eines handlichen Geräts, das direkt am Patientenbett einsetzbar sein wird.
Zahlen und Fakten
Projektleitung
Prof. Dr. Inge Herrmann, Universitätsklinik Balgrist, The Ingenuity Lab, Zürich
Projekt
Projekt
Mittel der Werner Siemens-Stiftung
8 Mio. Schweizer Franken
Projektdauer
2025–2030
