Wissenschaftlicher Beirat
Der Wissenschaftliche Beirat der Werner Siemens-Stiftung ist hochkarätig besetzt. Alle fünf Mitglieder sind ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet, wovon zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen zeugen.

Prof. Dr. Michael Hengartner
Vorsitzender
Präsident des ETH-Rats, des strategischen Führungs- und Aufsichtsorgans des ETH-Bereichs, Bern, Schweiz
Michael Hengartner ist Molekularbiologe; in seiner aktiven Forschungszeit erforschte er molekulare Mechanismen am Modellorganismus C. elegans, einem Fadenwurm. Er zählt zu den weltweit führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Apoptose, des programmierten Zelltods. Hengartner ist schweizerisch-kanadischer Doppelbürger und wuchs in Québec City auf, wo er an der Université Laval Biochemie studierte. 1994 promovierte er am Massachusetts Institute of Technology im Labor von Nobelpreisträger H. Robert Horvitz. Danach leitete er eine Forschungsgruppe am Cold Spring Harbor Laboratory in den USA. 2001 wurde er als Professor an die Universität Zürich (UZH) berufen und war von 2009 bis 2014 Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der UZH. Von 2014 bis 2020 war er Rektor der Universität Zürich und von 2016 bis 2020 Präsident der Schweizer Hochschulrektorenkonferenz swissuniversities. Seit Februar 2020 ist er Präsident des ETH-Rats. Der ETH-Rat ist das strategischen Führungs- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs, also der Eidgenössischen Technischen Hochschulen und Forschungsanstalten. Michael Hengartner verfügt über einen Executive MBA der IMD Lausanne und hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Forschungen und Lehrtätigkeiten erhalten.
Prof. Dr. Gerald Haug
Mitglied
Präsident der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, Halle (Saale), Deutschland; Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz, Deutschland; Professor an der ETH Zürich, Schweiz
Gerald Haug ist Klimaforscher, Geologe und Paläo-Ozeanograph. Er erforscht die Entwicklung des Klimas der letzten Jahrtausende bis Jahrmillionen, die Ursachen von Klimaveränderungen, die Dynamik des Klimasystems und die Wechselwirkungen zwischen Klima und historischen Hochkulturen. 2020 wird Gerald Haug zum Präsidenten der «Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften» gewählt, in der er seit 2012 Mitglied ist. Die Leopoldina vereint 1600 Forschende mit besonderer Expertise aus über 30 Ländern. Seit 2007 ist er ordentlicher Professor für Klimageologie am Departement Erdwissenschaften der ETH Zürich, wo er habilitiert hat. Seit 2015 ist er auch Direktor der Abteilung Klimageochemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft. Er ist Vorsitzender bzw. Mitglied in Gremien wie dem Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e. V. und dem Swiss Polar Institute. Haug erhielt zahlreiche Auszeichnungen.


Prof. Dr. Benjamin List
Mitglied
Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der Ruhr, Deutschland. Nobelpreisträger für Chemie im Jahr 2021.
Benjamin List ist Chemiker mit Forschungsschwerpunkt auf organischer Synthese und Katalyse. Er gilt als Begründer der sogenannten asymmetrischen Organokatalyse, einem Ansatz, bei dem kleine organische Moleküle als Katalysatoren eingesetzt werden. Heute werden Organokatalysatoren in der Herstellung von beispielsweise Medikamenten oder Solarzellen eingesetzt. Für seine Leistungen erhielt Benjamin List 2021 gemeinsam mit David MacMillan den Nobelpreis für Chemie. List studierte Chemie an der Freien Universität Berlin und promovierte 1997 an der Goethe-Universität Frankfurt. Anschliessend forschte er als Postdoktorand am Scripps Research Institute in La Jolla (USA), wo er 1999 zum Assistant Professor ernannt wurde. Seit 2003 ist er am Max-Planck-Institut (MPI) für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr (D) tätig, wo er zunächst eine unabhängige Nachwuchsgruppe leitete und bereits 2005 zum Direktor berufen wurde. Neben seiner Tätigkeit am MPI forscht und lehrt Benjamin List auch als Professor an der Hokkaido Universität in Sapporo (Japan) und an der Universität für Wissenschaft und Technik Zentralchina (HUST) in Wuhan. List erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen – und ist unter anderem seit 2018 Mitglied der Leopoldina, Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands.
Prof. Dr. Bernd Pichler
Mitglied
Mitglied der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, Halle (Saale), Deutschland; Dekan der Medizinischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland
Bernd Pichler ist Ingenieur (Elektrotechnik) mit Schwerpunkt Biomedizin. Er forscht zur multimodalen Bildgebung und zur Detektorphysik und betreibt biomedizinische Grundlagenforschung in der Onkologie, Neurologie, Immunologie, Infektionsbiologie und Radiochemie. Seit 2008 ist er Direktor des «Werner Siemens Imaging Center» und der Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie an der Universität Tübingen. Dort hat er erfolgreich die Bildgebungsverfahren PET (Positronen-Emissions-Tomographie) und MR (Magnetresonanztomografie) kombiniert, was insbesondere bei Tumoren eine präzise Diagnose und individuelle Therapiesteuerung ermöglicht. Bernd Pichler erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Fördermittel und ist Mitglied in den wichtigsten Gremien und Gesellschaften seiner Fachgebiete; unter anderem ist er Council der European Society for Molecular Imaging und seit 2017 Mitglied der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften. 2020 wurde Bernd Pichler zum Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen gewählt.


Prof. Dr. Peter Seitz
Mitglied
Vizepräsident der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften; Senior Technologist Europe bei Hamamatsu Photonics, Japan; Professor an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), Schweiz
Peter Seitz ist Halbleiter-Physiker; seine Dissertation schloss er im Bereich der Biomedizinischen Technik an der ETH Zürich ab. Er forschte im David Sarnoff Research Center (RCA) in Princeton, New Jersey, USA. Während zehn Jahren baute er die Gebiete Halbleiter-Bildsensorik und optische Messtechnik am Paul Scherrer Institut auf. Danach war er für das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik (CSEM) in verschiedenen Forschungsleiter-Funktionen tätig, unter anderem als Vizepräsident Photonik, als Vizepräsident Nanomedizin und beim Aufbau des CSEM-Outpost für das Silicon Valley in San Francisco. Gleichzeitig war er ausserordentlicher Professor für Optoelektronik an der Universität Neuchâtel und ab 1997 an der EPFL. Ab 2012 hat er für die ETH Zürich das ieLab (Innovation & Entrepreneurship Lab) aufgebaut. Peter Seitz ist Autor oder Co-Autor von über 200 wissenschaftlichen Publikationen, Erfinder oder Mit-Erfinder von über 70 Patenten und Mitbegründer von 6 Hightech-Start-ups. Mit seinen Teams hat er 22 internationale Auszeichnungen und Preise erhalten.