Die Vielfalt der Kunststoffe

Verpackungen, Spielzeuge, Autoteile, Kleider oder Brillengläser: Kunststoffe prägen unseren Alltag. Und ihre Produktion steigt exponentiell. Im Jahr 2024 wurden weltweit 430,9 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt – das entspricht dem Gewicht aller Autos in Europa. Ein Überblick über die wichtigsten Kunststoffarten, ihre typischen Anwendungsbereiche – und über die Herausforderungen des Kunststoffrecyclings.

Polyethylen­terephthalat
 

Eigenschaften

Hohe Zugfestigkeit und Steifigkeit, verschleissbeständig, behält Grösse und Form unter wechselnden Umweltbedingungen, elektrisch isolierend

Anwendungsbeispiele

Getränkeflaschen, Verpackungen, Textilien, Isolierteile, Elektro- und Feinwerktechnik

Polyethylen
hoher Dichte

 

Eigenschaften

Gute elektrische Isoliereigenschaften, sehr hohe Chemikalienbeständigkeit

Anwendungsbeispiele

Haushaltswaren, Abfalltonnen und -behälter

Polyvinyl­chlorid
 

Eigenschaften

Hohe Steifigkeit und Festigkeit, witterungs- und feuchtigkeitsbeständig, schwer entflammbar

Anwendungsbeispiele

Abflussrohre, Bodenbeläge, Schläuche, Apparatebau

Polyethylen niedriger Dichte
 

Eigenschaften

Weniger dichte Struktur als PE-HD, weicher, transparenter, flexibler und bruchfester, aber auch weniger beständig gegen Abrieb.

Anwendungsbeispiele

Folien, Verpackungen, Tragetaschen, Isolierungen und Beschichtungen, Haushaltsartikel

Polypropylen
 

Eigenschaften

Höhere Steifigkeit und Festig­keit als PE-HD, sehr hitze­beständig, sehr hohe Chemikalien­beständigkeit, sehr gute elektrische Isolier­eigenschaften

Anwendungsbeispiele

Verpackungen, Lager- und Transportbehälter, Gehäuse und Geräteteile

Polystyrol
 

Eigenschaften

Glasklar, hart und spröde, geringe Wärmeleitfähigkeit (deshalb geeignetes Wärmedämmmaterial)

Anwendungsbeispiele

Verpackungen, Behälter, Geschirr, Schaumstoffe, Isolierungen

Andere
Kunst­stoffe wie

 

Polycarbonat (PC), Polyamid (PA), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polylactide (PLA)

Mit Katalyse zur Kreislaufwirtschaft

Die Einteilung in Kunststoffarten wie PET, PP und PVC widerspiegelt die chemische Diversität der Kunststoffe nur bruchstückweise. Zusatzstoffe wie Additive, Weichmacher und Füllstoffe erhöhen die Komplexität der Materialien enorm. Zudem werden oft verschiedene Materialien in einem Produkt kombiniert.

Das alles erschwert die Wiederverwendung von Kunststoffen. Konventionelle, mechanische Recyclingverfahren stossen häufig an ihre Grenzen, da sie nur sortenreine und saubere Kunststoffabfälle verarbeiten können. Thermische Verfahren wie die Pyrolyse ermöglichen zwar eine Rückgewinnung, sind jedoch oft energieintensiv und führen zu Produkten mit begrenzter Reinheit. Weltweit wird der Recycling-Anteil an konventionellen Kunststoffen auf bloss ungefähr 10 Prozent geschätzt.

Das WSS-Forschungszentrum catalaix entwickelt innovative Ansätze auf Basis des katalytischen chemischen Recyclings, um Kunststoffabfälle effizient und nachhaltig in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. So können Kunststoffe selektiv in ihre chemischen Ausgangsstoffe zerlegt und wiederverwendet werden. Parallel legt catalaix die Grundlagen für ein Portfolio an neuen nachhaltigen, umweltfreundlichen Kunststoffen, bei deren Entwicklung die Recyclingfähigkeit bereits mitgedacht wird.